Medikamente: Die unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr

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Als längst überfällig hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Pläne des Bundesverkehrsministers bezeichnet, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit den Medikamentenkonsum im Hinblick auf die Verkehrstüchtigkeit ins Auge zu fassen. GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Nicht nur Alkohol und illegale Drogen, sondern auch Medikationen sind eine zunehmende Gefahr.“ Positiv bewertet die GdP, die angekündigte Prüfung kooperativer Sicherheitssysteme zur Frühwarnung vor Gefahrenstellen, die Einführung des automatisierten Notrufs nach Unfällen sowie eine Forderung nach Standardisierung der Mindestausrüstung für Fahrräder und Pedelecs.

Nicht einverstanden ist die Gewerkschaft der Polizei mit der lapidaren Ausstattung von Unfallbrennpunkten mit Starenkästen. Witthaut: „Dabei bleibt die gute Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei im Rahmen von Anhaltekontrollen und qualifizierten Verkehrsgesprächen auf der Strecke. Wieder einmal wird die Chance vertan, Überzeugungsarbeit für die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr zu leisten.“

Bernhard Witthaut: „Wenn der Bundesverkehrsminister die Regelakzeptanz der Bürger fördern will, muss er sich in den Ländern für mehr Personal zur Verkehrsüberwachung einsetzen. Parallel dazu sollte er sich aber auch bemühen, die Verkehrsmaßnahmen der Behörden deutschlandweit so zu koordinieren, dass Verkehrsteilnehmer überall einigermaßen gleiche Beschilderungen antreffen.“

Dem größten Ärgernis, der Baustellenflut bei steigendem Anteil des Schwerlastverkehrs, habe der Verkehrsminister, so Witthaut, offensichtlich nichts entgegen zu setzen. Witthaut: „Das Grundübel, Autobahnen in Lagerhallen zu verwandeln, geht er nicht an. Stattdessen baut er Parkplätze und regelt deren Verfügbarkeit elektronisch. Die Autobahnen werden immer voller, die Überholmanöver der Landstraßen-Kapitäne immer krimineller und die Staus wachsen proportional zu der Zahl neu eingerichteter Baustellen, in denen sich oft nichts tut.“

1 Kommentar
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  1. Hallo und ein herzliches Grüß Gott und Dankeschön an die vielen diensthabenden Beamten und Angestellten der GdP, sowie allen, die täglich ihr Leben für uns Bürger auf`s Spiel setzen….!
    Zu ihrem Artikel “ Medikamente: Die unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr „, möchte ich als Betroffener meine bescheidene Meinung abgeben, die da lautet: Einer Aussage, wie sie von Herrn GdP-Vorsitzenden Bernhard Witthaut gemacht wird:…. „Nicht nur Alkohol und illegale Drogen, sondern auch Medikationen sind eine zunehmende Gefahr.“…kann ich nicht 100 % ig zustimmen, da hier doch wesentliche Unterschiede bestehen. So ist ein Fahrer mit Alkohol oder ein Fahrer mit Drogen nicht mit einem Fahrer mit Medikamenten vergleichbar, denn sowohl der Fahrer mit Alkohol, als auch der mit Drogen fühlen sich jederzeit in der Lage am Straßenverkehr, sprich an einer Fahrt im Auto teilzunehmen. Aufgrund ihres Konsums werden sie nahezu dadurch bestätigt, zudem ist es vielen nicht mehr möglich einem anderen Entschluß zu folgen. Dies ist bei einem Fahrer mit Medikation nicht der Fall, da er „nüchtern“ wesentlich besser entscheiden kann. Ich denke doch, dass ein Diabetiker, der Insulin oder Tabletten benötigt, in der Lage ist, bestimmt die richtige Menge zu impfen, oder einzunehmen. Ebenso ist ein Fahrer in der Lage, der an Morbus Parkinson, an einer Herzinsuffizienz oder ähnliches erkrankt ist, eine für ihn richtige Dosis vor Fahrtantritt zu wählen. Da ich selbst von alledem betroffen bin, sprich einer Diabetes, einer Herzinsuffizienz und einem Parkinson Syndrom, sowie etliche kleinere Krankheiten, kann ich durchaus sagen, dass genau diese Personen eher vorsichtiger fahren, als so mancher „Rowdy“, oder Süchtige. Ein Autofahrer mit Medikation ist doch meistens wegen einer größeren Sache zur Einnahme von Tabletten gezwungen und verfügt sicherlich über einen Behinderten Ausweis, der, auch in unserer heutigen Zeit immer noch als „Außenseiter“ angesehen wird und dadurch schon viele Einschränkungen hinnehmen muß. Es kann nicht sein, dass dieser Personenkreis, zudem ich auch gehöre, erneute Einbußen hinnehmen muß! Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Fahrer mit Medikation nun plötzlich vermehrt an Unfällen schuld sind, um solche Maßnahmen der Kontrolle zu rechtfertigen. Dies war und ist meine persönliche Meinung, die ich gerne jederzeit öffentlich vertrete. Für eventuelle Schreibfehler, die ich während der Erstellung von ca. 02:20 bis 02:58 Uhr machte, bitte ich um Entschuldigung! Vielen Dank …Johann Wochner am 01. Februar 2012 um 03:00 Uhr